100 Tage neues Sprecherteam der Grünen: Jetzt werden wir sichtbar, nahbar, ansprechbar!

Von Michael Reckmann

DRENSTEINFURT. Die ersten 100 Tage im Amt gelten in der Politik als klassischer Prüfstein. Für Sarah Wimber und Michael Reckmann, das neue Sprecherduo von Bündnis 90/Die Grünen in Drensteinfurt, fühlte sich diese Anfangszeit vor allem wie ein Kaltstart an. Da die Übernahme der Aufgaben – insbesondere für Sarah – unvorhergesehen kam, galt es in den ersten Wochen vor allem, organisatorisch Tritt zu fassen. Hinter den Kulissen wurde intensiv gearbeitet: Der neue Vorstand musste sich finden, Abläufe strukturieren und ein gemeinsames Konzept erarbeiten.

„Wir waren von Beginn an inhaltlich auf einer Linie, aber ein neues Team muss sich erst einspielen. Das erfordert mehr Arbeitsaufwand als gedacht. Zugleich war einfach nur ‚laufen lassen‘ nicht unser Anspruch“, beschreiben die beiden die Einarbeitungs- und Planungsphase. Auch wenn nach außen hin noch nicht viel zu sehen war: Die Fundamente für die künftige Arbeit sind gelegt.

Gegensätze als Stärke

Dass das neue Duo gut funktioniert, liegt nicht zuletzt an den unterschiedlichen Hintergründen. Hier trifft ein theologischer auf einen naturwissenschaftlichen Blickwinkel. Genau diese Vielfalt sehen Sarah und Michael als Gewinn: „Wir ergänzen uns prima, gerade weil wir so unterschiedlich sind, genau wie die Bürgerinnen und Bürger in Drensteinfurt.“ Eine starre Aufgabenteilung gibt es nicht. Stattdessen setzt das Duo auf Vernetzung und Zugänglichkeit. Michael und weitere Vorstandsmitglieder bringen bereits starke Kontakte in die Stadtgesellschaft mit. Das Ziel ist klar: Die Grünen wollen künftig noch niederschwelliger ansprechbar sein und mittelfristig auch Ansprechpersonen außerhalb der Vorstandsebene für spezifische Themen und Anliegen etablieren.

Klimakonzept im Bürger-Check

Nach den Vorbereitungen hinter den Kulissen wollen die Grünen nun spürbar in die Aktion gehen. Nach einem erneut zu warmen und trockenen Sommer steht das städtische Klimakonzept ganz oben auf der Agenda. Dieses soll jedoch nicht nur am grünen Tisch besprochen, sondern gemeinsam mit den Menschen vor Ort kritisch und praktisch hinterfragt werden.

Dafür planen die Grünen eine dreiteilige Initiative: Ende September lädt der Ortsverband zu einem Infoabend in die „Alte Post“ ein, um das städtische Klimakonzept vorzustellen, Chancen zu beleuchten, aber auch Lücken – wie fehlende verbindliche Zeitpläne oder reine Prüfaufträge – offen zu diskutieren. Ergänzend sind Bürger-Rundgänge in Drensteinfurt, Rinkerode und Walstedde geplant, um vor Ort Positivbeispiele und Verbesserungswünsche zu sammeln. Die Ergebnisse sollen Mitte Oktober gebündelt an die Politik übergeben werden.

Sichtbar werden ohne Verbote

Für die Zukunft haben sich die Grünen in Drensteinfurt viel vorgenommen. Neben regelmäßigen Stammtischen, einer Neugestaltung der Homepage und Aktionen wie einer „Sternfahrt“ zum Fahrradflohmarkt im kommenden Frühjahr steht vor allem eines im Mittelpunkt: Das Gespräch suchen.

„Wir wollen grüne Themen sichtbar machen und Interesse wecken, ganz ohne Verbote oder erhobenen Zeigefinger“, betonen die Sprecher. Das Fernziel für Drensteinfurt bringen sie prägnant auf den Punkt: „Ein gutes Leben für alle, bei dem es Mensch, Tier und Umwelt gut geht und eine lebenswerte Stadt mit Wohlfühlfaktor entsteht.“